Kurz gesagt: LinkedIn lohnt sich für kleine Unternehmen vor allem dann, wenn sie andere Unternehmen als Kunden haben, Fachkräfte suchen oder mit Partnern und Multiplikatoren im Austausch stehen. Im deutschsprachigen Raum hat LinkedIn rund 25 Millionen Mitglieder. Am besten funktioniert die Plattform, wenn Inhaberinnen, Inhaber und Mitarbeitende über ihre persönlichen Profile posten und die Unternehmensseite diese Inhalte ergänzt.
Viele kleine Unternehmen haben LinkedIn als Plattform für Konzernsprecher und Karrierecoaches abgehakt. Dabei ist gerade für kleinere Betriebe die Ausgangslage günstig: Die Konkurrenz um Aufmerksamkeit ist in vielen Nischen gering, und persönliche, fachlich fundierte Beiträge haben dort eine Glaubwürdigkeit, die Werbung nicht erreicht.
Für wen LinkedIn besonders interessant ist
- Dienstleister und Freiberufler: Steuerberatung, IT, Ingenieurbüros, Agenturen und Beratungen gewinnen hier Aufträge über Sichtbarkeit und Empfehlungen.
- Versicherungs- und Finanzberatung: Fachwissen, verständlich erklärt, schafft Vertrauen vor dem ersten Gespräch.
- Handwerksbetriebe mit Gewerbekunden: Hausverwaltungen, Bauträger und Facility-Manager sind auf LinkedIn aktiv.
- Unternehmen mit Personalbedarf: Auch Menschen, die nicht aktiv suchen, sehen hier, wie es in einem Betrieb zugeht.
- Branchen mit Partnernetzwerken: Etwa Reiseveranstalter, die mit Reisebüros zusammenarbeiten, oder Hersteller mit Händlern.
Persönliches Profil schlägt Unternehmensseite
Auf LinkedIn folgen Menschen Menschen. Beiträge von persönlichen Profilen erreichen in der Regel deutlich mehr Leute als Beiträge von Unternehmensseiten. Für kleine Unternehmen heißt das: Die Inhaberin oder der Geschäftsführer ist die wichtigste Stimme. Die Unternehmensseite dient als Anker, auf den verwiesen wird, sammelt Follower und sorgt für ein professionelles Bild bei Recherchen.
Ein bewährtes Zusammenspiel: Die Unternehmensseite veröffentlicht Neuigkeiten, Projekte und Stellenanzeigen. Die persönlichen Profile teilen diese Inhalte mit einem eigenen Satz dazu und posten zusätzlich eigene Gedanken, Erfahrungen und Fachwissen.
Welche Inhalte auf LinkedIn funktionieren
- Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag: Was hat ein Projekt gelehrt? Welcher Fehler passiert Kunden immer wieder?
- Fachwissen verständlich erklärt: Eine Gesetzesänderung, ein Förderprogramm oder ein Trend, eingeordnet für die eigene Zielgruppe.
- Menschen aus dem Team: Neue Kolleginnen, Jubiläen, Ausbildungsabschlüsse.
- Einblicke in Projekte: Mit Zustimmung der Kunden und gern mit Bildern vom Ergebnis.
- Haltung und Meinung: Eine begründete Sicht auf Entwicklungen in der eigenen Branche.
Dokument-Beiträge im Karussell-Stil, also hochgeladene PDFs mit mehreren Seiten, eignen sich gut, um Wissen kompakt aufzubereiten. Kurze Videos mit einer Person, die direkt in die Kamera spricht, schaffen Nähe.
Was du vermeiden solltest
Reine Werbebeiträge, Floskeln ohne Inhalt und kopierte Motivationssprüche funktionieren auf LinkedIn schlecht. Ebenso wenig sinnvoll ist es, Instagram-Inhalte eins zu eins zu übernehmen: Der Ton auf LinkedIn ist sachlicher, die Texte dürfen länger sein, Hashtags spielen eine kleinere Rolle.
Ein realistischer Einstieg
Für den Start reichen ein gepflegtes persönliches Profil, eine vollständige Unternehmensseite und ein bis zwei Beiträge pro Woche. Wichtig ist außerdem, auf Kommentare zu antworten und selbst bei anderen zu kommentieren, denn Interaktion ist auf LinkedIn ein wesentlicher Teil der Sichtbarkeit.
Wer Inhalte für mehrere Kanäle plant, kann LinkedIn in denselben Redaktionsplan einbinden wie Instagram und Facebook. Dienstleister und Freiberufler finden weitere Ansätze auf der Seite Social Media für Dienstleister & Freiberufler, Versicherungs- und Finanzberater unter Versicherungen & Finanzberater.
Häufige Fragen
Lohnt sich LinkedIn für kleine Unternehmen?
Ja, besonders für Unternehmen mit Geschäftskunden, für Dienstleister und bei Personalbedarf. Die Konkurrenz um Aufmerksamkeit ist in vielen Nischen gering.
Wie viele LinkedIn-Nutzer gibt es im deutschsprachigen Raum?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz hat LinkedIn zusammen rund 25 Millionen Mitglieder, weltweit sind es über eine Milliarde.
Sollte ich als Unternehmen oder als Person posten?
Am besten beides. Persönliche Profile erreichen in der Regel mehr Menschen. Die Unternehmensseite ergänzt sie als professioneller Anker.
Wie oft sollte man auf LinkedIn posten?
Für kleine Unternehmen sind ein bis drei Beiträge pro Woche ein guter Rhythmus. Ebenso wichtig ist es, auf Kommentare zu reagieren und bei anderen mitzudiskutieren.
